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Frauen sollten sich unbedingt an der Wahl
zu beteiligen, obwohl die Auswahl trübe ist. Vom einstigen Topthema
ist Frauenpolitik zur neuen Nebensache geworden. Statt einer geteilten
Spitze gibt es Männer im Doppelpack. Sie streiten um (Vor)Macht an
sich, und um die geilste Verpackung ohne Inhalt. Das weibliche Spitzenpersonal
ist rar. Programmatisch bleibt der Mann tabu. Kümmern sich die Parteien
nicht um Frauen, kümmern sich Frauen halt um Politik. Sie sollten
wählen, trotzdem, und zwar strategisch, auch wenn es aus inhaltlicher
Überzeugung schon kaum möglich ist. Frauen entscheiden nämlich
die Wahl und die Wahl entscheidet über Politik in Umbruchzeiten, über
weiter so oder wenigstens die Tür öffnen für einen neuen
Anfang.
Auf der Höhe der Zeit wäre eine
Politik für einen neuen Gesellschaftsvertrag, der mit einem demokratischen
Geschlechtervertrag beginnt und ein neues Maß für Gleichheit
und Freiheit definiert und zwar bezogen auf Einkommen, Arbeit und Politik,
generell die Gesellschaft und das Leben aller BürgerInnen. Denn alle
Kernfragen, vor denen Politik und Gesellschaft
stehen, sind untrennbar mit einem veränderten Verhältnis zwischen
den Geschlechtern verbunden.
Vorrangig wäre eine Neugestaltung
der Existenzsicherung:
Halbe - Halbe beim Geld und bei der Zeit in
der bezahlten Erwerbs- und der unbezahlten Fürsorge-Arbeit.
Eine eigenständige und lebenslagengemäße
Sicherung für Kinder, nichterwerbsfähige Erwachsene und Alte.
Familie wäre als "ganzes (Lebens-)Haus"
neuzugestalten und verschiedene Lebensformen sind gleichzustellen.
Gleichstellungspolitik wäre klein,
aber machtvoll als Folie über alle Politik anzulegen, die nicht länger
nur bei Frauen ansetzt, sondern auch bei Männern verändert.
Mechtild Jansen
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