Signale zur Spekulation
Kommentar von Peter Grafe   
Köln,
31.8.1998
 
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Die Wahl in Bayern wird Nachrichten produzieren: Vielleicht wird es ein  "Waterloo für die CSU" oder es gibt "Keinen Schröder-Effekt für die SPD", möglich ist auch "Die Grünen sind abgestürzt". Die jeweiligen Parteien hoffen natürlich auf gegenteilige Botschaft, auf einen kräftigen Energieschub für die Bundestagswahl 14 Tage später. 
 
Bleibt die bisherige Konstellation und nur diese drei Parteien ziehen wieder in den Landtag, dann könnte die CSU unter 50% fallen ohne die absolute Mehrheit der Mandate zu verlieren. Trotzdem wäre für sie ein solcher Absturz fatal: Sie verlöre den Nimbus der Unbesiegbarkeit und bekäme eine denkbar schlechte Vorlage für die Wahl zum Bundestag. Ein deutliches Minus für die CSU wäre das Signal, daß der Wahlsieg der SPD nicht mehr aufzuhalten und die Regierungsbeteiligung der Union nur noch in einer großen Koalition möglich wäre.
 
Doch wenn die Bayern gewählt haben, ist es kaum noch möglich, den absehbaren Trend entscheidend zu verändern: Wer jetzt erkennt, wie schlecht es um ihn steht, muß sehenden Auges abstürzen, jedes hektische Geruder ist sinnlos. Und weil dieser letzte Test keine Korrekturen mehr erlaubt, eröffnet sich mit dem Ergebnis in den Medien ein bunter Reigen bundespolitischer Spekulationen. Schaun wir mal. 
 
peg
  
 
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