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Die CSU als bayerische Hegemonialpartei wehrt
alles ab, was ihre Rolle kulturell oder politisch gefährden könnte,
und definiert dies als "fremd". Dieses Verdikt schließt die SPD mit
ein, die es hier - im Gegensatz zu NRW oder Hessen - nicht verstanden
hat die Rolle als ewige Opposition gegen die tonangebende "Gesellschaft"
zu überwinden.
Die bayerischen Sozialdemokraten sind nie
richtig aus den Arbeiterbezirken herausgekommen und haben auch dort immer
wieder kräftig verloren, wenn die Kompetenz in den klassischen sozialen
Fragen nicht im Vordergrund stand. Sie konnten in Schützen- oder Sport-Vereinen
und in den honorigen Zirkeln der Kommunen nicht heimisch zu werden.
Wenn Renate Schmidt gelegentlich im Dirndl
auftritt, wenn der ein oder andere "Genosse" den Gamsbart am Hut trägt,
so löst das die kulturelle Barriere nicht auf, sondern erinnert eher
an manche Touristen, die in der Lederhose mit den Einheimischen fraternisieren
wollen.
Die Distanz der Sozialdemokraten ist weniger
die Folge als die Ursache schlechter Wahlergebnisse, die ihrerseits dann
das Gefühl verstärken, in der Diaspora zu leben, und das wiederum
verstärkt die Abgrenzung. Wenn sie "Wir" sagen, meinen sie nicht die
Bayern und werden auch nicht so verstanden. "Wir" heißt immer noch
"wir Sozialdemokraten" und steht gegen die Mehrheit. Erst wenn sie diesen
Zirkel gesellschaftlich verlassen, haben sie politisch eine Chance.
Schröder hat es in Angriff genommen,
die Sozialdemokraten mit Deutschland zu versöhnen, vielleicht haben
seine Parteifreunde in Bayern das Signal verstanden und arbeiten in der
kommenden Wahlperiode nach.
peg
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